2017

Tagesfahrt am 29.06.2017:
Fahrt zur und mit der Sauschwänzlebahn

Bei der Abfahrt in Kempten regnete es noch leicht und die Temperaturen waren wieder angenehm. Nach den hochsommerlich heißen Tagen zuvor eine willkommene Abwechslung. Der Wetterbericht sagte für den südwestlichen Alpenrand an diesem Tag zunehmende Aufheiterungen voraus – und er sollte auch Recht behalten.

Unsere Fahrt führte an Lindau vorbei nach Meersburg. Ohne Wartezeit ging es sogleich auf die Fähre und kaum stand der Bus auf dem Schiff befanden wir uns schon mitten im schwäbischen Meer. Eine erholsame frische Brise, ein munterer Wellengang und hin und wieder wärmende Sonnenstrahlen ließen alle aufatmen und Urlaubsgefühle erleben.

Ein ehemaliger Kollege vom früheren Fernmeldeamt und der späteren Telekom-Niederlassung Konstanz lotste uns durch die Stadt, zeigte uns durch die Fensterfront der ehemaligen Kantine des Telekom-Hochhauses (14. Etage) einen Teil der Stadt Konstanz mit dem Hafen, die gegenüberliegende Stadt Kreuzlingen und – leicht sichtbar im Dunst der Wolken – den Konstanzer Hausberg in der Schweiz, den Säntis. Nach dem Mittagessen in der Hafenhalle ging es flott weiter entlang dem Gnadensee (Teil des Bodensees zwischen der Insel Reichenau und dem Bodanrück), vorbei an Allensbach ( -> Allensbacher Institut) und vorbei an Singen bis nach Weizen, wo eben der historische Dampfzug der Sauschwänzlebahn einfuhr.

„Alles einsteigen und Türen schließen!“

Zischend und fauchend setzte sich der historische Personenzug der ehemaligen „Kanonenbahn“ in Bewegung. Es begann eine beeindruckende Fahrt in alten Wagons mit Holzbänken, Gepäcknetzen und Plattformen hinten und vorne, dem Rollgeräusch stählerner Räder auf Schienen, dem rhythmischen „Dung-dung“ beim Überfahren von Schienenstößen, dem rauchigen Duft des kohlebeheizten Kessels vermischt mit dem feuchtwarmen Dampf der Maschine. Erinnerungen an Erlebnisse in der Jugendzeit und Eindrücke an das Reisen von damals wurden wach. Oft gaben die Bäume links und rechts an der Strecke die Sicht frei auf Viadukte, auf Tunneleinfahrten und Kehrschleifen. Waren wir da schon oder kommen wir da erst noch hin? Nur die Zeichnung der Streckenführung auf einem Faltblatt konnte uns Orientierung geben.

Die Stimmung war ausgelassen und fröhlich, die Verständigung untereinander durch die bunte Geräuschkulisse schwierig. Die Fahrzeit von genau einer Stunde war im Nu vorbei – seltsam, wie kurz eine Stunde sein kann. In Blumberg, unserem Zielbahnhof, konnten wir noch kurz in das dortige Museum der Sauschwänzlebahn schauen, einige Schienenfahrzeuge vom Bahnhofsmuseum bewundern und – was auch wichtig ist – auf den (sauberen !!!) „Bahnhofabort“ gehen.

Die Heimfahrt an Überlingen vorbei verlief problemlos. Gerüchte, dass einige Straßenbaustellen unseren Zeitplan stören würden, waren zum Glück nicht zutreffend. Ja, es war sogar erstaunlich wenig Verkehr entlang des nördlichen Bodenseeufers und so kamen wir rechtzeitig wieder in Kempten an. Und unsere Fußballfans konnten noch die zweite Halbzeit der internationalen Begegnung U21 Deutschland – ? sehen.

PD